Dienstag, 29. November 2011

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„Das ist mein Baby“, zischte es zwischen seinen Zähnen hervor, „aber ich sage Ihnen, meine Herren, ich murkse es skrupellos ab.“

Ein Verleger auf der Jagd nach dem großen Geld – ein Reporter, der spurlos verschwindet – Redakteure, die auf Mordfälle prallen – ein Kommissar, der spielsüchtig ist – Killer, die aus der Schweiz geschickt werden – ein Bauernhof im Schwarzwald, wo alles begann.

Michael Zäh, Jahrgang 1958, legt mit „Summen“ einen Roman vor, der auf profunden Kenntnissen des Zeitungsmilieus fußt. Er versetzte bereits 1997 mit seiner Zeitung zum Sonntag (ZuS) die Medienwelt in Aufruhr.

Für die einen war er damals „der Zeitungspirat“ (Financial Times), oder „der Schimanski der Zeitungsbranche“ (Der Tagesspiegel Berlin), für andere ein „virtuoser Millionenbeschaffer und Menschenverführer“ (Der Spiegel).


INHALT: Während der Freiburger Zeitungsverleger Jakob Zar in Hamburg, Berlin und Zürich ein undurchsichtiges Millionenspiel betreibt, verschwindet der Reporter Burkhard Ziegelhain spurlos. Er war einer Geschichte um den flüchtigen Mörder Franz Mosel auf der Spur, der ehemals ein berühmter Autor war. Als dann die Fotografin Vera Berger mit einem rätselhaften Schnappschuss aufwartet, vermuten die Chefredakteure der Freiburger Sonntagszeitung, dass ihr Reporter einem Verbrechen zum Opfer fiel. Sie recherchieren auf eigene Faust und stechen dabei in ein Wespennest aus Korruption, Gewalt und organisiertem Verbrechen. Sie ahnen nicht, dass ihr Verleger Zar tief in die Sache verstrickt ist. Bald ist niemand mehr sicher. Als von unerwarteter Seite Hilfe kommt, gibt es immer mehr Tote.

Samstag, 26. November 2011

Wer ist wer, und warum?

ZEITUNG AM SAMSTAG
Kriminalroman. In „Summen“ geht es hart zu. Die Liebe ist immer auf der Flucht, beim spielsüchtigen Kommissar ebenso wie bei der Fotografin, die mit ihren Fotos gegen die Lüge angehen will. Und dann wäre da noch ein Verleger.

Von Michael Zäh

Es mag ungehörig scheinen, über ein Buch zu schreiben, dass man selbst geschrieben hat. Aber ehrlich gesagt: Ich kenne den Buchautor auch nicht genau. Wer ist wer, und warum, und ist er das wirklich? – das ist genau das Thema des Kriminalromans „Summen“, der kommenden Dienstag (29.11.2011) erscheint. Wie gründen sich denn Identitäten, woran sind sie festgemacht, wodurch werden sie definiert? Und wie verschwinden sie?

In „Summen“ jagt ein Verleger in Hamburg, Berlin und Zürich dem Geld nach, während in Freiburg ein ehrgeiziger Reporter auf der Suche nach Ruhm spurlos verschwindet. Beide wissen nicht, wie gefährlich das Spiel ist, das sie spielen. Beide sind verstrickt in eine Geschichte, die lange zuvor auf einem Bauernhof im Schwarzwald ihren Anfang nahm.

Nun liegt es natürlich nahe, dass der Verleger Jakob Zar das Alter Ego des Buchautors, oder soll ich sagen: mein Alter Ego ist. Das zweite Selbst, wie Cicero meinte. Aber genau das hat sich mir beim Schreiben dieses Buches gezeigt, dass schon das erste Selbst nicht habhaft ist. Die Figur des Jakob Zar hat nämlich plötzlich ein Eigenleben begonnen, vom dem der Autor nicht wusste, woher es kam. Und bei allen anderen Figuren des Romans war es nicht anders.

Sind es lauter Bruchstücke von Erinnerungen, die sich von selbst neu formieren? Erzählt der Autor aus seinem Leben als Verleger, oder ist ihm Jakob Zar entwischt? Nichts ist mehr sicher, auch im Fortgang des Romans nicht, wo schließlich die Chefredakteure einer Sonntagszeitung nach dem verschwundenen Reporter forschen und dabei in ein Wespennest aus Korruption, Gewalt und dem organisierten Verbrechen stechen.

Es mag eine Stärke des Romans sein, dass er hinter die Kulissen des Verlagsgeschäftes führt. In gläserne Konferenzräume von Konzernen und in Hinterzimmer der Macht. An Orte also, zu denen der Autor Zugang hatte. Es ist aber keineswegs so, dass in „Summen“ tatsächliche Ereignisse rund um die Zeitung zum Sonntag nacherzählt werden. Eher ist es so, dass selbst der Autor nicht mehr genau weiß, wie es wirklich war, sondern nur erfinden konnte, wie es gewesen sein könnte. Schnell hat sich ihm gezeigt, dass es viel spannender ist, die Geschichten und Figuren zu erfinden, anstatt sich an einer Wirklichkeit zu orientieren, die allzu oberflächlich ist.

In „Summen“ geht es hart zu. Die Beziehungen der Protagonisten zueinander sind von Misstrauen, Egoismus und Angst geprägt. Aber auch von (mitunter tödlicher) Neugierde, von Sehnsüchten und von Begierde. Die Liebe bleibt immer auf der Flucht, bei einem spielsüchtigen Kommissar ebenso wie bei einer Fotografin, die mit ihren Fotos gegen die Lüge angehen will, die in den Worten steckt. Erst recht bei einem Detektiv, der immer mehr Leute umbringt und dann damit leben muss, dass seine Opfer ihn partout nicht mehr verlassen wollen.

„Summen“ zu schreiben, hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich schon mit einem zweiten Roman begonnen habe. Falls „ich“ der Autor ist.